{"id":54,"date":"2007-03-28T21:04:10","date_gmt":"2007-03-28T20:04:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.einvoll.net\/opa\/?p=54"},"modified":"2009-02-22T21:54:07","modified_gmt":"2009-02-22T19:54:07","slug":"via-della-pace","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/opa.holzer.work\/?p=54","title":{"rendered":"Via della Pace"},"content":{"rendered":"<p>Aus dem B\u00fcchlein:&#8220;HURRA ICH LEBE NOCH&#8220;<br \/>\nvon Otto Birke<\/p>\n<p>Via delle Pace! Wege f\u00fcr den Frieden!<\/p>\n<p>10 Jahre begleiten mich nun diese Worte schon, von den Dolomiten bis zu den Karnischen Alpen.<\/p>\n<p>1973 entstand bei einer Gruppe die Idee, einen Teil des gewaltigen Wegenetzes zwischen Ortler und Isonzo wo 1915-1918 ein blutiger Krieg herrschte, wieder begehbar zu machen. Sie wollten den Besuchern die Sinnlosigkeit des Krieges vor Augen f\u00fchren und die Einsicht erwecken, dass Kriege kein Mittel zur Austragung neuer Konflikte sein d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Unterdessen beteiligen sich Frauen und M\u00e4nner aus 15 Nationen an dieser Aktion. Sie opfern ihren Urlaub und arbeiten unentgeltlich an dieser Sache.<\/p>\n<p>Es war ein Zeitungsbericht, der mein Interesse weckte und -spontan wie ich bin- war ich eine Woche sp\u00e4ter am Monte Piano, auf dessen Hochplateau die erste Baustelle lag. Einen Monat sp\u00e4ter war ich Mitglied der DOLOMITENFREUNDE Und rackerte schon flei\u00dfig mit.<\/p>\n<p>Wie ein roter Faden zieht sich seither diese Sache durch mein Leben und ich m\u00f6chte keine Stunde missen, die ich in der herrlichen Bergwelt und meinen Freunden verbringen durfte.<br \/>\nDabei war ich alles andere als schwindelfrei und sah jedes Gipfelkreuz als Rettungsanker an. Das hatte ich auch bei meiner Bewerbung vermerkt, aber es muss wohl in Vergessenheit geraten sein, denn meine erste Arbeit war, aus der Nordwand Schnee f\u00fcr den Koch zu holen. Als ich an der Kante  stand und herunter sah, fing irgend etwas zum Klappern an und ich war mir nicht sicher, ob es die Schaufel im K\u00fcbel oder meine Z\u00e4hne waren. Aber ich holte den Schnee und von da ab fing ich an, mein Schwindelgef\u00fchl zu besiegen, konnte sp\u00e4ter sogar zu Arbeiten an ausgesetzten Stellen herangezogen werden.<\/p>\n<p>Eine Angst ist mir aber bis heute geblieben und die kommt, wenn sich ein Gewitter n\u00e4hert. Da oben in 2300 m H\u00f6he wochenlang im Zelt zu leben, ist eine romantische Sache, wenn sich aber furchtbare Gewitter gerade \u00fcber selbigen austoben, sterbe ich hundert Tode.<\/p>\n<p>Die italienischen Alpini-Soldaten im Nachbarzelt h\u00f6rten wohl meine Sto\u00dfgebete und brachten mir zur Beruhigung Schnaps. Das Ges\u00f6ff nennt sich Grappa und ist als Marschverpflegung in kleine Plastikbeutel abgepackt. 1 Blitz, 1 Grappa- in dieser Menge nahm ich meine Medizin ein und die Wirkung war bet\u00e4ubend.<\/p>\n<p>Nun dachten die Alpini ich sei ein Fan dieses atemberaubenden Getr\u00e4nkes, holten sofort Nachschub in der Kaserne und dehnten ihr Samaritertum auch auf gewitterlose Stunden aus.<\/p>\n<p>So wurde aus mir der &#8222;Grappa-Otto&#8220; und dieses Markenzeichen ist dank der Mitarbeiter aus 15 Nationen schon ziemlich weit herum gekommen.Auch der damalige Bundespr\u00e4sident von \u00d6sterreich  mu\u00dfte es erfahren haben, merkte ich anl\u00e4\u00dflich eines Empfanges und das hat mich doch etwas sch\u00f6ckiert.<\/p>\n<p>Einen Tag lang arbeitete der rotchinesische Luftwaffen-Attache auf meiner Baustelle. Er verehrte mir als Abschiedsgeschenk eine Flasche chinesischen Branntwein mit den Worten:<\/p>\n<p>&#8222;ALLES GUTE F\u00dcR MISTEL GLAPPEL OTTEL: DASS EL KEIN ANGST MEL HABEN BLAUCHT VOL GEWITTEL&#8220;\n<\/p>\n<p><!--1bfbeeaf3131e17b8420586b22d21214--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem B\u00fcchlein:&#8220;HURRA ICH LEBE NOCH&#8220; von Otto Birke Via delle Pace! 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