{"id":68,"date":"2008-02-04T18:43:12","date_gmt":"2008-02-04T17:43:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.einvoll.net\/opa\/?p=68"},"modified":"2011-05-17T17:42:55","modified_gmt":"2011-05-17T15:42:55","slug":"romagnolo-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/opa.holzer.work\/?p=68","title":{"rendered":"Romagnolo-2"},"content":{"rendered":"<p>Es wird nun Zeit zu schildern wie es dem kleinen Soldaten auf dem Weg in den gro\u00dfen Krieg weiter ergangen ist. Wir waren also nach einigem Hin und Her in einem Dorf in der N\u00e4he von Cesena angekommen, wo das Feldersatz-Bataillon meiner Einheit Quartier genommen hatte. Als Behausung war uns das Geh\u00f6ft eines P\u00e4chters angewiesen worden, wo wir auf Strohsch\u00fctten im Oberstock unser Nachtlager hatten. Ausser uns Dreien waren noch einige andere Soldaten hier einquartiert, aber die waren meistens nur zum Schlafen da, denn sie hatten Besch\u00e4ftigung beim Stab der Einheit und wir bekamen sie nur selten zu Gesicht, wenn wir selbst dorthin mussten. Das geschah regelm\u00e4ssig am Morgen zum Appell  und zum Essenempfang am Mittag, wo wir auch gleich unser -kaltes- Abendessen in Empfang nahmen. Es kam nat\u00fcrlich vor, dass wir f\u00fcr Dienstaufgaben zur Verf\u00fcgung stehen mussten. Dies geschah aber relativ selten, da wir aufgrund unserer Ausbildung eine gewisse Sonderstellung genossen und vom Bataillon weitgehend geschont- und verschont- wurden. Ich spreche immer von wir und meine damit meine drei Kameraden und Freunde, die mit mir im selben Ausbildung-Lehrgang waren und gemeinsam zu diesem Ersatzhaufen beordert worden waren. Urspr\u00fcnglich waren wir ja vier, aber Robert war bald nach unserem Eintreffen hier zu einer anderen Einheit transferiert worden. Das war uns eigentlich sehr recht, denn er hatte eine ungute Einstellung zu Italienern und h\u00e4tte uns in der Folge vielleicht Probleme gemacht<br \/>\nEs war ganz selbstverst\u00e4ndlich, dass wir bei einer solchen Tageseinteilung \u00fcber eine Menge Langeweile verf\u00fcgten und versuchten sie so gut als m\u00f6glich zu vertreiben. Das Naheliegendste war nat\u00fcrlich uns mit unseren unfreiwilligen Quartiergebern zu besch\u00e4ftigen. Ausserdem war uns anfangs verboten in der Umgebung allein herumzu&#8220;wildern&#8220; wie unser Bataillonschef -ein \u00e4ltere Major- sich auszudr\u00fccken pflegte.<br \/>\nWir waren auch einigermassen freundlich, aber doch mit deutlichem Abstand aufgenommen worden. Zudem hatten die Eltern ja ihre Aufgaben in Haus und Hof und die \u00e4lteren Kinder waren damit besch\u00e4ftigt ihren Eltern zur Hand zu gehen. Der \u00e4lteste Sohn- Alfredo- war ein h\u00fcbscher Bursche mit lockigem Blondhaar half dem Vater fleissig in der Wirtschaft. Der mittlere- Quarto- war in einer Werkst\u00e4tte die landwirtschaftliche Ger\u00e4te- vom Pflug bis zum Ochsenkarren reparierte. Er hatte so ziemlich alles was aus Metall bestand schon unter seinen kr\u00e4ftigen H\u00e4nden gehabt. Er hatte auch die Figur dazu. Denn er war der einzige, der von der Gestalt her seinem Babbo \u00e4hnelte. Halt das stimmt nicht, denn auch Teresina, das 15j\u00e4hrige M\u00e4dchen, das noch ihre letzten Schultage hinter sich brachte passte dazu. Aber alle anderen hatten einen leichten grazilen K\u00f6rperbau. Besonders der j\u00fcngste Sohn -Guerino- der in einer Tischlerei arbeitete war beweglich wie ein Federchen.<\/p>\n<p>###<br \/>\nDies ist jener Teil der Fortsetzung, die ich noch Mitte Juni niederschrieb. Dann nahm mir eine Folge von ernsten gesundheitlichen Schwierigkeiten die Lust weiterzuschreiben. Ausserdem wurde mir immer mehr bewusst, wie schwierig es ist, Gedanken und Gef\u00fchle von jungen Menschen aus der Zeit des grossen Krieges auszusprechen und sie anderen jungen Menschen aus der heutigen  Zeit zu vermitteln. Sie leben in einer ganz anderen Welt und verm\u00f6gen kaum mehr zu erfassen, was ich damals f\u00fchlte. Mehr und mehr fand ich mich damit ab, dass es ein &#8222;Romagnolo 2&#8220; wohl nicht mehr in meinem Blog geben wird. Und dann las ich heute in meiner Post jenen <a href=\"http:\/\/www.einvoll.net\/opa\/?p=67\">Kommentar<\/a>. Es war ein Gruss \u00fcber Generationen, \u00fcber Zeit und Grenzen hinweg- da war noch die Spur einer Erinnerung an uns. Danke junger Freund aus der Schweiz. Sie haben mir grosse Freude gemacht. Jetzt glaube ich, wird es doch noch eine Fortsetzung geben.\n<\/p>\n<p><!--73dcabaccbaa40b8023e3a9b1f89a917-->\n<\/p>\n<p><!--8c4b1ec7934196e66a48c7f5e6d38d14-->\n<\/p>\n<p><!--8c4b1ec7934196e66a48c7f5e6d38d14-->\n<\/p>\n<p><!--8c4b1ec7934196e66a48c7f5e6d38d14--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es wird nun Zeit zu schildern wie es dem kleinen Soldaten auf dem Weg in den gro\u00dfen Krieg weiter ergangen ist. Wir waren also nach einigem Hin und Her in einem Dorf in der N\u00e4he von Cesena angekommen, wo das Feldersatz-Bataillon meiner Einheit Quartier genommen hatte. 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