MEIN

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Der deutschen Grammatik nach ist mein ein besitzanzeigendes Fürwort. Wenn die Grammatik an sich zwar ein recht ungeliebtes Sprachvehikel darstellt, so ist das Wörtchen mein nichtsdestotrotz eines jener Worte, dessen der Sprecher sich sehr gerne bedient. Es drückt eben Besitz aus, Stolz etwas zu haben, was andere vielleicht gerne hätten, was man im Leben erreicht hat. Es steht in engster Beziehung zum EGO. MEIN Mercedes, MEIN Haus, MEINE Stereoanlage, MEIN Weblog. Solange es um Neutra geht ist das auch wunderbar. Auch solange es um den eigenen Körper geht ist das Wort auch noch sehr angebracht. MEINE Nase rinnt, MEIN Arm schmerzt. Ein wenig anders hört es sich schon an wenn es um anderes Leben geht. MEIN Kanarienvogel oder MEIN Hund ist auch noch denkbar, vor allem deswegen weil in unserem Rechtsgebrauch Tiere ja „Dinge“ sind. Aber wie anders wird das Wort MEIN, wenn es vor fremden Leben steht. Ist es denn nicht so, dass dem Wort MEIN auch die absolute Verfügungsgewalt zugeeignet wird. Wie steht es dann bei MEINE Eltern? Da geht es ja grade noch, aber wie, bei MEINE Frau oder MEIN Mann oder am schlimmsten MEINE Kinder!! Lesen, hören und sehen wir doch fast Tag für Tag wie sehr mit MEIN Schindluder getrieben wird, wie man vollkommen missversteht was MEIN bedeutet. Nämlich zuallerletzt Besitz, sondern Zueignung und vom Tier angefangen vor allem Liebe. Ich werde darauf noch zurückkommen.

Kommentare

2 Kommentare zu „MEIN“

  1. Avatar von Christiane Windhausen

    Was für ein revolutionärer Gedanke, MEIN in den Raum der Zuneigung und der Liebe zu stellen….

    Seit ich deinen Eintrag gelesen habe, begegne ich auf einmal meinem Schreibtisch auf neue Weise, meinen Bloglines, dem Buch, dass ich gerade lese, meinen Blumen, die gegossen werden wollten…

    MEIN ist Zum Zeichen meiner gewählten Verbindungen geworden.
    Eigentum bedeutet dann: Verantwortung und Fürsorge.
    In Zukunft werden die, die mehr Besitz haben, an ihrer Liebe gemessen werden.

    Danke für die Inspiration

  2. […] Der Kommentar zu meinem Beitrag -MEIN- brachte mir Zugang zur website von Christiane Windhausen. Viele ihrer Nachdenkresultate decken sich mit meinen Zugängen vollkommen. Manches finde ich problematisch, nichts aber eigentlich verkehrt. […]

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