….treffen bei mir Ankündigungn von Alpinveranstaltungen und Broschüren von Ausrüstungsfirmen ein. Leider kann ich nicht mehr viel damit anfangen. Trotzdem lese ich sie , soweit sie für mich noch interessant sind, durch. Daunenjacke, Handschuh und Goretexhose …wird überflogen. Aber da – ein neuartiges Verschüttetensuchgerät das eine genaue Punktortung ermöglicht. Neue Technologien machen sowas möglich und es ist nur zu hoffen, dass die meisten Hilfsdienste sich solche Geräte leisten können, denn billig sind sie ja grade nicht. Es bleibt zu hoffen , dass der Wettbewerb zu blligeren Geräten führt. Wenn es auch zutrifft, dass die Bergrettung vor allem leichtsinnige Tiefschneefahrer, die gesperrte Lawinenhänge befahren, suchen muss, ist das nicht immer so. Auch erfahrene Skitourengeher können in eine solche Situation kommen, denn Lawinen sind etwas teuflisches, sie kommen auch dort, wo sie wirklich niemand erwartet. Und wer einmal in einem Schneebrett abgerutscht ist, der kann ermessen wie man sich dabei fühlt. Nicht gut
Autor: Walter Holzer
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Die Nase
Meine Nase ist ein eigenwilliger und recht
empfindlicher Körperteil. Ich kann mich nicht beklagen über ihr Aussehen. Sie ist nicht zu gross, dass sie mich je beim küssen gestört hätte. Sie ist auch nicht zu klein für meine Körpergrösse. Auch ihre Form entspricht der in unseren Landen üblichen griechisch-böhmischen Mischung. Nein, es ist nicht ihr Aussehen, sondern ihr manchmal extremes Missverhalten. Sie blutet sehr leicht. Bereits als Kind passierte mir, dass ich mein Gesicht nach dem Waschen mit blutender Nase erhob. Meine Eltern konsultierten einmal den Arzt und der stellte fest, dass die Blutgefässe der Nasenscheidewand sehr seicht liegen und ich des öfteren damit zu kämpfen haben werde. Er hatte recht– das ist mit treu geblieben. Manchmal war es sehr arg und ich erinnere mich an Weihnachten 1985. Kurz vorher war meine Ehe zerbrochen und ich war aus dem gemeinsamen Heim ausgezogen. Das hatte mich schon sehr getroffen und ich war zu dieser Zeit am ehesten in der Whiskyflasche anzutreffen. Das hatte enorme Auswirkungen auf die eben erwähnte Nase. Der Christtag war schrecklich, das Bluten war nicht zu stoppen und so entschloss ich mich spät nachts das Spital aufzusuchen. Nachdem der Arzt seine erfolgreiche Behandlung beendet hatte, fragte er mich ob ich trinke. Wahrheitsgemäss antwortete ich: „Ja, was grad so geht!“ Daraufhin nahm er meine Hand, sah mir ernst ins Gesicht und sagte : Hörns besser auf damit. Es könnt nämlich sein, dass man das einmal nimmer bremsen kann!“
Am nächsten Tag machte ich wie üblich meine Arbeit und als ich nach Hause kam, sah ich die noch halbvolle Whiskyflasche stehen. Ich streckte nicht die Hand danach aus, sondern begann nachzudenken. Warum sollte ich mich aufgeben? Warum sollte ich in Selbstmitleid und Alkohol versinken? Warum sollte das Leben nicht auch für mich noch ein paar schöne Seiten hergeben. Ich war jetzt sechzig, war mein ganzes Leben von Frauen umsorgt, gehändelt worden, war unselbständig bis zum geht nicht mehr. Beim Nachdenken packte mich der Ehrgeiz. . Mein Entschluss stand fest und ich stürzte mich in das Abenteuer neues Leben.
Anfangs brannte das Teewasse an und Eier waren so schwer weichzukochen, ich verbrannte mich am Bügeleisen und sortierte die Wäsche falsch in die Maschine. Die Rückschläge hinderten mich, aber sie verhinderten nicht, dass aus mir ein ganz passabler Hausmann wurde. Und mit der Zeit kam der Stolz, dass ich mich emanzipert habe, dass ich selber über alle meine Lebensäusserungen frei entscheiden kann. War ich nach der Trennung bestrebt gewesen möglichst weit weg von der alten Heimat zu wohnen kehrte ich wieder zurück nach Favoriten.
Warum ich das alles schreibe?
Es hat wieder einmal angefangen mit der Bluterei. Am vergangenen Montag beim Arzt, Mittwoch wieder und er glaubte es könnte vorbei sein. Und am Sonntag morgen neuerliches Bluten und es war nicht und nicht zu stoppen. Aber diesmal bitte ohne Whiskyflasche, denn es gibt kaum Alkohol zu Hause.
Es war so arg, dass mir am Abend wieder nur der Notarzt helfen konnte und der brachte mich mit der Ambulanz ins Spital. Da war nachdem man mir einen Eiskragen umglegt hatte eine junge Ärztin. Ich vermute, sie hat zum erstenmal Nachtdienst gemacht. Man konnte es erkennen an ihrem fast ängstlichen Gehabe, an der Unsicherheit mit der sie mit den Geräten umging. Zu ihrer Erleichterung rauschte mit wehendem Mantel der Stationsarzt vorbei, wies sie kurz an, wie und wo die Kaustik anzusetzen wäre. Danach wieder diese Unsicherheiten, denn jetzt stand auch noch die erfahrene Schwester daneben. Soll sie den Brenner mit der Rechten? Oder doch mit der linken Hand? Mir tat sie fast leid, ich konnte mitfühlen mit ihr. Normalerweise reagiert ein Patient auf die Art, dass er Angst bekommt. Nicht so ich– am liebsten hätte ich ihr zugeredet.< Komm, trau dich,du kannst das, wozu hast du solange gelernt, du schaffst das>
es hat zu bluten aufgehört, dafür rinnt Rotz und Wsser so arg, dass ich ohne Taschentuch vor dem Gesicht keinen Schritt tun kann. Daher die kleine Pause.Aber mir ist bewusst, dass ich Vertrauen zu den Menschen habe. Auch unter schwierigen Bedingungen. Ich glaube einfach daran , dass sich, nicht jeder, aber viele bemühen, das beste zu geben.
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Nachtstudio
Lange hab ich mir überlegt ob ich überhaupt darüber schreiben soll. Zu sehr können meine Worte falsch verstanden werden, zu sehr besteht die Gefahr der Polarisation in gegenteilige Meinungen. Es war eine Wiederholung einer Sendung im 3sat spät nachts- nein besser frühmorgens. Das Nachtstudio des zdf fragte: Wie gefährlich ist Gott? Fünf kluge Männer diskutierten da zum Teil sehr kontrovers über den Fundamentalismus der monotheistischen Religionen im Zusammenhang mit nine-eleven und rligiös motivierter Gewalt.
Es ist unmöglich die vielen Aspekte die dabei aufgezeigt wurden zu schildern. Zu komplex ist das Thema- eben Gott und die Welt. Aber zwei bemerkenswerte Aussagen möchte ich doch hier anführen und sie zum überlegen in den Raum stellen. Denn wer sieht dennum diese Zeit schon in die Röhre.>Die Religion kann man betrachten als eine einzige Geschichte des Wahnsinns<
>Es muss möglich sein, auch ausserhalb religiöser Bindungen zu wissen was richtig ist und was falsch<
Ich kann diese Worte nur deutlich unterstreichen und sehe in diesen Äusserungen, die mentale Evolution der modernen Menschen. So gesehen wird jeder Fundamentalismus absurd.
Das letzte Wort hatte der Moderator der Sendung: Er zitierte den Sprecher der Gewltlosigkeit-Gandhi:
>Wenn Auge um Auge, dann ist die ganze Welt blind<
Den Bushs und Rumsfelds, den Taliban, den israelischen Hardlinern, aber auch dem iranischen Präsidenten und den palästinensischen Selbstmordattentätern ins Stammbuch geschrieben.
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Spätlese
Ein recht flott und anschaulich geschriebenes Buch der „Naturfreunde“ geriet in meine Hände. Sicherlich viel zu spät für mein Leben um es nachvollziehen zu können, denn mit dem Wandern ist es allemal vorbei. Aber nachlesen kann ich noch sehr wohl. Und da erfahre ich eine Menge Neues über Saumwege und Metallschürfe auf der Strecke vom Passeiertal über die Gerlos und die niederen Tauern bis an den Alpenostrand. Die Wegstrecken sind ausreichend beschrieben und die auftretenden Schwierigkeiten kenntlich gemacht. Aber es gibt auch nachteiliges. Zum mitnehmen im Weitwanderrucksack ist es zu unhandlich und zu gewichtig. Es fehlen Hinweise auf KULTURELLE Sehenswürdigkeiten auf der Strecke. Auf die sehenswerten romanischen Kirche von Zell am See oder die Bauten der Gewerken in Bad Aussee wurde nicht mit einem Wort hingewiesen. Warum das Buch dann trotzdem Kulturführer heisst, kann ich nicht ganz verstehen. Ihr seid auf einem Auge blind Freunde. Da lob ich mir die kleinen, feinen Führer der Sektion Weitwanderer im ÖAV
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Danke, Freund!
Die späte Gutwetterzeit ist zu Ende gekommen und stürmischer Wind hat die Platanen im Hof des Gemeindebaues ratzeputz ihres noch vorhandendenen Grüns entledigt. Dazu ist es empfindlich kälter geworden. Aber das liegt in der Natur der Dinge und ist jedesmal so, wenn das Jahr sich seinem Ende zuneigt. Also durchaus kein Grund darüber ein Wort zu verlieren und es käme mir auch gar nicht in den Sinn darüber zu schreiben.
Aber wenn du krank bist und nicht ganz auf der Höhe so wie einst im Mai, dann ist manches anders. Wenn ich in die Kälte hinausgehe hab ich Schwierigkeiten mit dem Atmen und es kommt des öfteren vor, dass ich nach einer Häuserzeile stehenbleben muss um meine Atemfrequenz ein wenig zu beruhigen. So auch heute wieder und dazu musste ich vormittags meinen Einkauf erledigen. Als ich mit dem vollgepakten Wägelchen an ein paar Stufen gekommen war mühte ich mich den Wagen nach oben zu ziehen und atmete schwer dabei. Ein zufällig vorbeikommender Mann griff zu, sagte „Kommens“. Und war weg. Er hat sich nicht einmal umgedreht. Danke! lieber Freund, Unbekannter!
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Achtung! Grenze!
Da war gestern nachts bei Beckmann auch die Wüstenblume. Die meisten Menschen wissen von den schrecklichen Schicksal dieser jungen Frau, haben gelesen was sie erlitt und was sie auch jetzt noch erdulden muss.
An unseren Grenzen standen bis vor gar nicht so langer Zeit Schilder >Achtung! Staatsgrenze<. Und diese Schilder waren in beiden Richtungen schwer zu passieren. Nun ist das Geschichte und wir können unsere Grenzen problemlos passieren. In beiden Richtungen.
In „unserer Welt“ hat man eine andere Auffassung von Menschlichkei und Weiblichkeit als z.B. in Somali. Ich werde wohl alle meine Toleranz brauchen um in einer solchen Frage auf muslimische Mitbürger zugehen zu können.
Aber in welcher Richtung werden wir dereinst diese Grenze überschreiten?
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Postmeister at(ade)
Seit einiger Zeit glänzt auf meinem neuen Postkasten mit dem jedem Zusteller zugänglichen Einwurfschlitz ein Plastikplättchen mit der Aufschrift: Bitte nur adressierte Sendungen!
Auf meiner Wohnungstür ist ein ebensolches Schildchen angebracht. Eine Sozialabeiterin war so nett und hat es mir gebracht. Ich war es einfach leid, jede Woche zweimal zum Papierkontainer hinunter zu humpeln um all das Werbematerial– ungelesen zu entsorgen. Soweit-sogut. Ich hatte meine Ruhe.
Dann bekamen wir in unseren Hausflur die neuen Postkästen. Und siehe da- schon fanden sich wieder die Folder der Pizzerien, die Ankündigung von Flohmärkten, Ausverkäufe jeglicher Art, und vor der Wahl natürlich auch wieder alle Versammlungen und was weiss ich noch alles in meinem Postkästchen, so dass der normale Postverkehr zu einem mindestel zusammengeschrumpft- kaum mehr sichtbar war. Und weil ich es leid war jede Woche zweimal… siehe oben. Daher das Pickerl.
Und was kommt jetzt?
Jetzt kommt vom Postmeister at ein A4 Brieflein samt Folder, der mich auffordert doch diesen Verzichtkleber wieder zu entfernen weil mir sonst infolge fehlender Information ungeheure Nachteile entstünden. Sie- die Post ist sogar berei mir dafür ein Rabatt-Gutscheinheft aus dem Handel im Wert von 60,-€ zu überlassen. Und an eienr Verlosung von 50 iPods und 10 Delonghi Kaffeeautomaten könnte ich auch teilnehmen.
Soll ich also wieder jede Woche zweimal zum Papierkon….
NA!NA,i mog net
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Knapp vorbei
Die Anfäng in Arte sind ein bissel ungut. 20.40.
Was bis dahin? Schaust du Gotthilf Fischers Strasse der Lieder. Untertitel: Eine musikalische Reise durch die Steiermark. Was gehört? Bald nach Anfang Wiener Lieder–und dazu schlecht.
Dafür war die Dokumentation umso besser. Schon gehört 1816 flog eine Vulkanmasse von 6 mal Krakatau und Vesuv zusammen in die Luft. Mit schrecklichen Folgen.
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Gedenktage
In den ersten Novembertagen fallen die Gedenktage über uns her.
Da wäre einmal der Gründungstag der Republik und das Ende der jahrhunderte langen Habsburgermonarchie, dann der 89. Jahrestag der Oktoberrevolution und schliesslich am 9. November noch der Jahrestag der eigentlich nicht zu feiern, sondern zu beklagen ist- die „Reichskristallnacht“. Ich will jetzt nicht die historischen Abläufe bereden, die kann man in jedem x-beliebigen Presseorgan sicher von der einen oder anderen Seite her beleuchtet finden. Ich will mich damit beschäftigen, wie diese „historischen“ Tage auf Menschen von heute wirken und in welchem Licht sie sie sehen.
Da ist einmal der erste. Wenn ich mir überlege, dass ein heute 60jähriger–Geburtsdatum 1946, also nach dem Ende des 2. Völkermordens– wahrscheinlich kaum mehr aus direkter Erzählung oder anders gesagt- von einem Zeitzeugen etwas über diesen Tag erfahren hat, dann kann er es nur entweder aus Büchern, im Geschichtsunterricht oder aus eigenem Wissenstrieb erfahren haben. Er oder sie können nicht einmal ermessen, was die erste Republik war und wie sie zugrunde gerichtet wurde. Also hört oder erlebt man im allgemeinen nur hohles Blabla- aber bedeuten tut es fast gar nix.
Bei der Oktoberrevolution ist das schon ein wenig tiefergehender. Denn wenn das erste Ereignis im wesentlichen nur Zentraleuropa betraf, so war der Oktober 1917 doch ein Tag, der imstande war die Welt zu verändern. Ein Versuch eine neue Gesellschaftsform zu bauen und das betraf und erfasste eben die ganze Welt. Es ist etwa zwei Jahrzehnte her, dass man erkennen musste, dass dieser Versuch in seiner sowjetischen Form im wesentlichen gescheitert ist, in seiner chinesischen Form kann man ihn nur mehr als Manchesterkapitalismus mit eienm fadenscheinigen roten Mäntelchen bezeichnen und wenn ich den Pressemitteilungen über die koreanische Form Glauben schenken darf, dann überkommt mich tiefes Bedauern. Trotzdem hat das kommunistische Regime in der ehemaligen Sowjetunion und in den Volksdemokratien tiefe Spuren hinterlassen, die Auswirkungen auf die Politik unserer Nachbarstaaten hat. Denn der Übergang zur Marktwirtschaft hat nicht für alle Bevölkerungsschichten Verbesserungen gebracht und breite Massen in Polen, in Ungarn, in der Slowakei trauern dem vergangenen Regime nach. Zumindest im ehemaligen Ostblock wirkt also dieser Jahrestag noch nach. Hierzulande eher nicht, denn nach dem Abzug der Sowjetmacht 1955 wurde diese Jahrestages grad noch in der kommunistischen „Volksstimme“ gedacht.
Ganz anders verhält es sich mit dem letzten der Jahrestage. Denn dieser ist–obwohl auch er schon lange zurückliegt immer wieder in den Köpfen präsent. Denn immer wieder stellt sich für alle Menschen -egal welcher Generation sie angehören- das Problem der Menschlichkeit und der Toleranz. Auch da werden nur mehr wenige Augenzeugen erzählen können- und sie werden immer weniger, was da vor sich gegangen ist. Ich selber war da grade 13 Jahre alt und meine Eltern haben aus gutem Grund verhindert, dass ich Augenzeuge wurde. Aber man hat danach so manches erzählt und die ausgebrannte Ruine der Synagoge sprach Bände. Um so mehr erschreckt mich immer wieder der ewige Kampf in Palästina. Und wenn ich mir dazu noch eien frisch gewählten Nationalratsabgeordneten anhören muss wieviel Gutes doch die Hitlerei gebracht hat, dann frag ich mich ernstlich: Werden die Leut nie gscheiter, lernen sie nix aus den Fehlern?