Es wird sicher Menschen aus meinem Bekanntenkreis geben, die mich als unverbesserlichen Rassisten einstufen. Das liegt vielleicht daran, dass man mir mancherorts übelnimmt unsere gewachsene Volkskultur vehement zu verteidigen. Dass mir daran gelegen ist deutsch oder besser noch österreichisch zu reden und nicht jenes greuliche Mischmasch das man allenfalls als deuglisch bezeichnen kann. Dazu kommt noch, dass durch das Fernsehen eine Sprache verbreitet wird, die durch die Umsetzung amerikanischer Filme hervorgerufen wird. Ein besondere Verbreitung hat da die Floskel „tschüss“ erfahren. Mir stellen sich dabei immer die Nackenhaare auf, wenn ich das höre. Auf gut österreichisch heisst das immer noch „Servus“ oder „Pfiat Eich“. Klingt in meinen Ohren wesentlich besser.
Dazu kommt, dass ich in meinem Leben schon so oft in alle möglichen Ecken gestellt wurde und die ganze Palette politischer Farbschattierungen an meinen Kleidern zu sehen ist. Da war ich schon Kommunist und auch wieder Nazi,war genau so genauso Kerzlschlicker als auch Heide etcetera und so….
Dabei hab ich immer wieder nur versucht einen vernünftigen Weg aufzuzeigen, der für mehr als nur eine Gruppe denkbar ist. Natürlich habe auch ich nicht immer recht gehabt und irren ist ja bekanntlich menschlich. ich habe mich aber auch nie gescheut zuzugeben, dass ich falsch lag und andere Meinungen besser die Sache trafen.
Das aber war nur die lange Vorrede für den eigentlichen Grund des Beitrages. Im heutigen Mittagsjournal des ORF wurde die Meldung gebracht, dass Wien zur Welthauptstadt der Sinti und Romakultur erkoren wurde. Warum denn ausgerechnet Wien wurde der Interviewte gefragt. Und er antwortete, „weil Wien eben grade so multi-kulti“ wäre.
Da höre ich von allen möglichen Seiten Klagen darüber, dass die Bevölkerung hierzulande so überaus fremdenfeindlich eingestellt wäre und dann sagt ein Vertreter von Menschen die nirgends auf der Welt sonst eine Heimstatt gefunden haben, sie wollten hier ihr Zentrum haben.
Aus meiner Sicht kann ich nur einen ganz kurzen Kommentar geben. Ja, kommt her– erzählt uns von eurem Leben, von der Qual eurer Verfolgung, von dem Bemühen um Integration und der Hoffnung auf eine Zukunft im Konzert der Nationen. Lasst uns hören eure wunderschönen Lieder, erzählt uns eure Märchen und Sagen. Ja, ich möchte mehr wissen von Euch und mit mit hoffentlich viele andere.